Hüttentour

Hüttentour 2019 - 1. bis 11. Juli

Die Hüttentour 2018 war ein voller Erfolg: Alle Wanderer sind unversehrt in Hamburg angekommen und haben auf den teilweise sehr anspruchsvollen Wegen großartige Natur- und Gemeinschaftserlebnisse sammeln können. So fühlen wir uns sehr bestärkt, Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren auch im kommenden Jahr die Möglichkeit zu leben, hoch in die Berge zu ziehen. Während 2018 das Übersteigen dreier Gebirgszüge das Gefühl für eine echte Alpenüberquerung vermitteln sollte, wollen wir 2019 in hochalpiner Landschaft einen Höhenweg gehen, der für seine abwechslungsreiche Landschaft und seine phänomenalen Panoramablicke unter Wanderern sehr berühmt ist: den Stubaier Höhenweg! Lust bekommen? Anmeldung erfolgt über das Kirchenbüro. Es sind nur noch wenige Plätze frei.


Martin Sieveking

 

Hüttentour 2018 - Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Am Ende der zehntägigen Alpenwanderung breitete sich ein strenger Geruch im Bahnwaggon aus, aber 20 gesunde und heitere Norddeutsche konnten zufrieden und stolz auf die Jugendfreizeit zurückblicken: Drei Gebirgszüge der Alpen überstiegen wir mit vollem Gepäck (Allgäu - Lechtaler Alpen - Verwallgebirge) und übernachteten in sechs verschiedenen Hütten des Alpenvereins. Wir kamen auch an den extrem anstrengenden Tagen stets vor dem Abendessen am Ziel an, auch wenn dies am dritten Wandertag nur möglich war, weil Charlie, der Hüttenwirt der Simms-Hütte, netterweise mit dem Essen auf unsere „Rote Laterne“ wartete und statt um 18:00 h erst um 19:30 h Köstlichkeiten auftischte. In den Hütten hatten wir meist ein Matratzenlager für uns. Zum Einschlafen hörten wir das Hörbuch „Ich bin dann mal weg“ (Hape Kerkeling auf dem Jacobsweg). Anna Kluthe, die das Hörspiel ausgewählt hatte, traf damit genau den Geschmack der Teilnehmer*innen. Gerade bei den Taldurchquerungen sammelte der eine oder andere Blasen an den Füßen oder kam an seine konditionelle Grenze. Im erschöpften Zustand war unser Wandern durchaus mit einer Pilgertour zu vergleichen. Irgendwann hört man auf, an etwas Bestimmtes zu denken und setzt einfach nur noch Fuß vor Fuß. Insbesondere auf der hochalpinen Etappe quer über die Lechtaler Alpen von der Simms- zur Ansbacher Hütte gab es Passagen, bei denen man sehr sorgfältig Halt für seine Füße finden musste. Die Wanderstöcke musste man hier teilweise wie Werkzeuge verwenden. Deshalb prüfte Jasper Harms jeden Stock, bevor wir über den extrem steilen Weg in Richtung Feuerspitze hochkraxelten. Dieser anspruchsvolle Wandertag bescherte uns die schönsten Entdeckungen: ca. 30 Edelweiß-Pflanzen direkt am Wanderweg, ein halbes Dutzend Steinböcke mit prächtigen Hörnern und ein Alpenweitblickpanorama vom Feinsten. Es verlangte uns Mut ab, sich am Drahtseil hinter der Feuerspitze abzuseilen. Zum Glück rutschte auf der ganzen Tour keiner vom Weg ab - nur der Rucksack von Lukas, den wir Leiter aber auch wieder bergen konnten.

Abenteuer, gemeinsame Anstrengungen, erfrischende und wunderschön gelegene Gletscherseen, Kissenschlachten und gemeinsame Mahlzeiten schweißten uns über die Tage fest zusammen. Beim Gipfelkreuz am Kappler Kopf sammelten wir uns zu einer Andacht, in der einige Motive aus der Bergpredigt in Bezug zu Dostojewskys „Traum eines lächerlichen Menschen“ gesetzt wurden. Im Wanderalltag bemühten wir uns, Schimpfwörter und Provokationen zu vermeiden. Eine Übung, bei der auch wir Leiter gelegentlich ermahnende Erinnerung von den Teilnehmern benötigten.

Die Hüttentour 2019 wird schon konkret geplant. Dann wollen wir mit 14- bis 17-Jährigen den Stubaier Höhenweg erwandern. Bei Interesse bitte bei Martin Sieveking melden: m.sieveking@t-online.de oder 0160 - 968 78 605.